psychologisches
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Ein Mann sitzt in einer psychologischen Untersuchung.
Der Psychologe malt ein Dreieck und fragt: "Woran denken Sie, wenn Sie das sehen?"
- "An Sex", antwortet der Patient.
Der Psychologe malt einen Kreis und fragt: "Woran denken Sie, wenn Sie das sehen?"
- "An Sex" , antwortet der Patient.
Dann malt der Psychologe ein Viereck und fragt wieder:
"Und woran denken Sie, wenn Sie das sehen?" - "An Sex", sagt der Patient.
Der Psychologe: "Sie denken immer nur an das Eine!"
Der Patient: "Wer von uns beiden malt denn hier die ganze Zeit diesen Schweinkram?"
Traumata können uns zeitlebens gefangenhalten - es sei denn, wir finden einen Weg, uns Stück um Stück von ihnen zu befreien. Wie aber sät man die Saat unserer inneren Stärke, die es hierfür braucht?
Traumata können sich auflösen, wenn wir der Kettenreaktion jenes Leidens auf die Spur kommen, welches daraus entsteht, dass wir immer und immer wieder unseren Abhängigkeiten nachgeben. Zuerst müssen wir jedoch zur Wurzel der Abhängigkeiten vordringen. Über Tonglen-Praxis und das Entwickeln von Mitgefühl mit sich selbst hinaus kann dieser Prozess einiges an psychologischer Arbeit beinhalten.
Trauma und Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) haben sich heute in das kollektive Bewusstsein der Menschen, in unser persönliches Leben und in die Psyche dieser Generation gedrängt. Aufgrund einer Zunahme an bewaffneten Konflikten, von Gewalt, Terrorismus, natürlichen und vom Menschen verursachten Katastrophen sowie einer höheren gesellschaftlichen Aufmerksamkeit für Traumatisierung im persönlichen Umfeld sind Trauma und PTBS Begriffe, die diese Ära menschlicher Geschichte mehr und mehr beherrschen. Weil sich die schädlichen Folgen einer Traumatisierung im ganzen Leben der Betroffenen auswirken, braucht der Prozess ihrer Heilung ein neues Modell - ein Modell, das leicht großen Bevölkerungsteilen vermittelt werden kann, über Grenzen von Kulturen hin ausführbar ist und leicht gelernt und als Selbsthilfe angewandt werden kann.
„Komm erst mal in deine Mitte rein!“
Die Therapeutin sagt lässig: „So, nun kommt erst mal in eure Mitte rein!“ Valerie lockert ihren Körper, schüttelt die Arme und versucht, ihren Füßen einen festen Stand zu verleihen. Sie atmet tief ein und aus, wischt sich die Haare aus dem Gesicht und konzentriert sich mit enormer Geschwindigkeit. Hin und wieder streift ihr flüchtiger Blick die anderen, die ohne Komplikationen – so scheint es – in ihre Mitte reinkommen. Doch wie macht man das?
Die anderen halten ihre Augen geschlossen. Sie stehen geerdet da. "Geerdet!" - das ist auch so ein Gummibegriff, den Valerie's Schädel auf eine Antischichtbehaftung gelegt hat. Natürlich versucht sie bei den Worten "Erdung" und "Mitte" zu erden und zu mitten was das Zeug hält, denn irgendwie muss das doch bei ihr auch funktionieren. Doch wie um Himmelswillen erdet man sich in eine Mitte rein?
Die Worte der Therapeutin dringen in Valerie's tiefschichtiges Element: „… und aus deinen Füßen wachsen Wurzeln, die sich in der Erde verankern…“. Blitzschnell lässt Valerie vor ihrem geistigen Auge einen wunderschönen Baum entstehen und dicke Wurzeln wachsen, die sich in die Erde ranken. Das kann sie ganz gut. Doch die Frage, ob sie denn jetzt gut geerdet sei, haut sich in ihre Schädeldecke wie ein Brett vor dem Kopf…
Valerie's Körpermitte lässt sich ausmessen. Sie liegt exakt vom Boden an gerechnet bei 82 Zentimetern. Die Mitte endet oder beginnt also bei dem wortlosen Dreieck. Man nennt es auch „weibliches Geschlechtsorgan“. Valerie behauptet, dass das eher eine geometrische Figur ist als eine Mitte. Allerdings befindet sich laut esoterischer Literatur hier ein Chakra, ein feinstoffliches Energiezentrum. Geht es also um so eine Mitte?
Früher hatte sich Valerie woanders aufgehalten, z.B. in der Welt der Vögel und der Vögelvögel. Manchmal war Valerie ein fliehender Vogel, der mit seinen Schwingen unter den Wolken schwebte. Manchmal aber befand sich Valerie auch am anderen Ende des Universums auf einem kristallinen Planeten. Diese Mitte hieß Crystal. Es war sehr kalt an diesem Ort, besser gesagt herrschten hier Kelvin‘sche Gesetze, eisigster Frost, der in den Ohren knerzte. Es war die Mitte einer fernen Galaxie, die vielleicht Valerie zu sein schien. Dann wiederum hatte sie sich auch bei den Pflanzengeistern sehr wohl gefühlt. Sie streichelten Valerie sanft in den Tag hinein und schenkten Liebkosung bei Nacht. Sind diese Mitten gemeint?
Hinter der Therapeutin steht ein großer Benjamin. Es bereitet Valerie äußerste Freude, während sich die anderen aber um die Wette erden und mitten, sich innerlich im Benjaminbäumchen zu verkriechen. Er spendet ihrer Seele Schatten, Stille und Trost. Ist dieses Benjamingrün Valerie's universelle Ganzheit?
Manchmal ist Valerie's Mitte ein wohlig warmes Gefühl irgendwo und nicht genau zu orten. Diese Mitte ist recht kurz und hat ein Zeitkontingent. Aber das sagt in solchen Gruppen ja nie jemand: „Versucht, eure Mitte einmal zu halten!“ oder „Wenn ihr aus der Mitte wieder herausfallt, dann lasst eure Gedanken und Gefühle ruhig vorbeiziehen!“ oder „Achtet auf euren Atem während ihr eure Mitte findet.“ oder so etwas in der Art…
Nach Valerie's tiefgreifenden Erkundungen über all die Jahre liegt endlich ein Ergebnis heuer vor: Für Valerie ist "Mitte" ein "Zustand". Es ist eine Mitte der Welt gleichzeitig da draußen im Kosmos zwischen all den wunderbaren Sternenstraßen und Engelswegen und da drinnen im Zusammenspiel zwischen Organen, Gefühlen, Eigenschaften und Bedingungen. Es ist die Wahrnehmung des Augenblickes, was auch immer in diesem Moment vorhanden ist. Das bedeutet, dass bei dem Satz "Kommt erst mal in eure Mitte rein!" eigentlich alle nicht weggehen dürften, indem sie die Augen schließen und nach "irgendwo innen" verschwinden, wo sie nicht präsent sind, abgeschnitten vom Raum, in dem sich Valerie befindet, abgespalten und ohne Kontakt mit den äußeren Reizen, sondern viel mehr herkommen sollten, hierher, mit allen Sinnen, mit all dem Gewahrsein, das zur Verfügung steht, oder?
Valerie's „Mitte“ hat mit einer bestimmten Empfindung zu tun, für die die Worte fehlen. Vielleicht geht das manch einem Psychiater genauso… doch eine Umschreibung für eine gewisse Mitte, die in einer gewissen Weise von einem gewissen Therapeut gemeint ist, wäre hilfreich für das am Rand liegende Universum.
Gebet des Hl. Franziskus
Herr,
mach mich zum Werkzeug Deines Friedens,
lass mich Liebe bringen in den Hass,
Verzeihung in die Schuld,
Glauben in den Zweifel,
Hoffnung in die Verzweiflung,
Licht in das Dunkel,
Freude in die Traurigkeit.
Herr, lass mich mehr danach trachten
zu trösten, als Trost zu finden,
zu verstehen, als Verständnis zu finden,
zu lieben, als Liebe zu finden.
Denn im Geben empfange ich,
im Verzeihen erfahre ich Verzeihung,
im Sterben stehe ich auf zum ewigen Leben.
— Franz von Assisi
© 2011 by dadacharsta
letzte aktualisierung am 15.4.2012
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